Erez
Nico Beyer | DE | 2026 | Deutsch mit UT
Inhalt
Erez wollte nie Geige lernen und gewann doch bereits mit 12 Jahren seinen ersten Wettbewerb. Am Rande einer Probe der Berliner Symphoniker erfahren wir, was ihn antreibt.
Erez ist ein international renommierter Geiger, geboren in Israel und ausgebildet unter anderem an der New Yorker Juilliard School. Früh ausgezeichnet – u. a. mit dem 1. Preis beim ARD-Wettbewerb und einer Silbermedaille beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb – tritt er weltweit als Solist und Kammermusiker auf. Seit 2002 ist er Erster Konzertmeister des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und verbindet in seinem Spiel Virtuosität mit großer musikalischer Tiefe.
Obwohl Musik als universelle Sprache gilt, zeigen aktuelle Entwicklungen, dass selbst die klassische Musik zunehmend von Boykottaufrufen betroffen ist.
Was ist BDS?
BDS steht für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen und ist eine seit 2005 bestehende internationale Kampagne, die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Druck auf den Staat Israel ausüben will. Offiziell fordert sie ein Ende der Besatzung palästinensischer Gebiete, Gleichberechtigung arabischer Israelis sowie ein umfassendes Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.
Auch im Kulturbereich zeigt sich, wie stark die BDS-Kampagne in gesellschaftliche Debatten hineinwirkt. Wenn international renommierte israelische Künstlerinnen und Künstler wie zuletzt der Dirigent Lahav Shani außerhalb Israels auftreten, geraten Konzerthäuser und Orchester immer wieder unter politischen Druck. In Belgien wurden seine Konzerte im Jahr 2025 a. Boykottaufrufe zielen dabei nicht nur auf staatliche Institutionen, sondern explizit auch auf kulturelle Kooperationen. Für Orchester wie die Berliner Symphoniker bedeutet das eine besondere Verantwortung: Sie stehen für künstlerische Freiheit, internationalen Austausch und musikalischen Dialog – Werte, die durch kulturelle Boykottforderungen grundsätzlich infrage gestellt werden.
Kritiker sehen in BDS jedoch weit mehr als legitime Israelkritik. Die Kampagne ruft explizit zum Boykott des jüdischen Staates auf – eine Praxis, die historische Erinnerungen an die nationalsozialistischen Boykotte gegen Jüdinnen und Juden ab 1933 wachruft. Immer wieder wird BDS vorgeworfen, Israel nicht nur zu kritisieren, sondern zu dämonisieren und zu delegitimieren. Dabei komme häufig ein doppelter Standard zur Anwendung, wie ihn etwa der sogenannte 3-D-Test (Dämonisierung, Delegitimierung, Doppelstandards) .
Besonders umstritten ist der von BDS erhobene Apartheid-Vorwurf. Gegner dieses Narrativs betonen, dass Israel eine demokratische Gesellschaft mit gleichen staatsbürgerlichen Rechten für arabische Bürgerinnen und Bürger sei – im Unterschied zum historischen Apartheidsystem in Südafrika. Auch die Forderung nach einem uneingeschränkten Rückkehrrecht für alle palästinensischen Flüchtlinge wird als existenzielle Bedrohung für den Charakter Israels als jüdischer Staat gewertet.
Zudem wird kritisch angemerkt, dass sich unter den Unterstützerinnen und Unterstützern des ursprünglichen BDS-Aufrufs auch Organisationen befinden, die international als Terrororganisationen eingestuft sind, darunter die Hamas, der Palästinensische Islamische Jihad und die Volksfront zur Befreiung Palästinas.
Im gesellschaftlichen Diskurs bleibt BDS daher hoch umstritten: Während Befürworter die Kampagne als gewaltfreie Menschenrechtsbewegung verstehen, sehen Kritiker in ihr eine Bewegung, die antisemitische Ressentiments unter dem Deckmantel politischer Kritik reproduziert und das Existenzrecht Israels infrage stellt.
Regisseur – Nico Beyer
Kamera – Michael Mieke
Ton – Jude Dulake
Schnitt – Nico Beyer
Musik/Sound – Christian Meyer
Grading – Michael Mieke
© JEWLIF 2026
Über 60sec.mentsh
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60secs.mentsh ist eine Dokumentarfilmreihe, die jüdisches Leben in Europa als selbstverständlichen und bereichernden Teil unserer Gesellschaft sichtbar macht.
In Zusammenarbeit mit dem renommierten Filmemacher Nico Beyer haben wir mit 60sec.mentsh eine europaweite Dokumentarfilmreihe entwickelt, die jüdisches Leben in all seinen Facetten zeigt. Wir erzählen authentische Geschichten von Menschen, die bewegen, verbinden und Vorurteile hinterfragen – in 60 Sekunden.
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